Die Stadt Celle erhält im Rahmen einer Öffentlichen Privaten Partnerschaft mit der Firma Goldbeck Public Partner GmbH, Bielefeld, eine moderne Feuerwehrhauptwache am Rande der historischen Altstadt. Der etwa 14 Mio. EUR teure Bau mit einer Halle für 26 Fahrzeuge und mit Werkstatt, Verwaltungs-, Schulungs- und Aufenthaltsbereichen wurde im Spätherbst 2012 in Betrieb genommen.

Bau der neuen Celler Feuerwache

Bau der neuen Celler Feuerwache

Bei der Bauplanung und -ausführung war der Einsatz regenerativer Energien zu berücksichtigen. Dabei musste eine wirtschaftliche Lösung für die spezielle Anforderung gefunden werden, dass die Hallen innerhalb von max. 30 Minuten von 7°C auf 12°C aufgeheizt werden müssen. Dies erfordert eine hohe Spitzenlast. Zudem besteht keine Anforderung, das Gebäude im Sommer zu kühlen, wodurch sich kein Gleichgewicht im Erdreich als Pendelspeicher einstellt und die Gefahr von Eislinsenbildung besteht.Diese Situation war eine Grundlage für eine geothermische Machbarkeitsstudie, die von Herrn Prof. Dr. Michalzik von der GeoDienste GmbH, Garbsen – Mitgliedsunternehmen des GeoEnergy Celle e.V. – erarbeitet wurde. Hier flossen auch die geologischen Gegebenheiten und thermischen Eigenschaften des Untergrundes mit ein. Ein weiteres GeoEnergy-Mitgliedsunternehmen, die Ingenieurgesellschaft Heidt & Peters mbH aus Celle, war ebenfalls für die Firma Goldbeck tätig. Heidt & Peters realisierte die technische Detailplanung für die Bemessung des Erdwärmesondenfeldes mit Planung der Anschlussleitungen, der zugehörigen Genehmigungsplanung und der fachlichen Begleitung in der Ausführung. Neben der Durchführung und Auswertung eines geothermal-response-tests wurde ein numerisches Modell aufgebaut, mit dem die Entwicklung der Untergrund- und Soletemperaturen unter Berücksichtigung der Grundwasserströmung über einen Zeitraum von 30 Jahren berechnet wurde.

Das Ergebnis ist eine innovative technische Lösung, die zwar höhere Investitionskosten als geplant mit sich bringt, dafür aber über die Jahre geringere Energie- und Bewirtschaftungskosten verursacht, und damit die wirtschaftlichere Alternative verglichen mit einer ursprünglich von Goldbeck vorgeschlagenen Lösung ohne Geothermie darstellt. Die Grundheizlast der Feuerwehr wird über Geothermie erzeugt und für die Spitzenlasten gibt es zusätzlich ein Gas-Brennwertgerät. Zudem wird auf dem Dach eine Solarthermieanlage installiert, die im Sommer heißes Wasser erzeugt und in die Erde leitet. Dadurch wird das Erdreich erwärmt und die Wärme kann im Winter wieder entzogen werden.