Zum wiederholten Mal haben sich Celler Unternehmen aus der Bohr- und Serviceindustrie auf der Fachmesse GeoTHERM, dem Branchentreff für Geothermie, präsentiert.

 

Insgesamt 12 teilnehmende Aussteller waren in diesem Jahr auf dem Gemeinschaftsstand der Stadt Celle und des GeoEnergy Celle e.V. vertreten. Darunter Firmen wie ITAG, Baker Hughes, Celler Brunnenbau, Heidt & Peters oder MB Well Services. Das Celler Unternehmen Hartmann Valves – in den letzten Jahren noch als Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand vertreten – stellte sich erstmalig mit einem eigenen neuen Messestand auf der GeoTHERM vor. Die beteiligten Unternehmen nutzen die Veranstaltung insbesondere zur Vertiefung auch internationaler Kontakte sowie zur Information über neue und geplante Geothermieprojekte. Hier ist nach wie vor der süddeutsche Raum besonders aktiv und bietet Celler Unternehmen die Möglichkeit, sich an Projekten zu beteiligen und entsprechende Aufträge zu akquirieren. Darüber hinaus wurden zwischen Wissenschaftlern, Planern und ausführenden Unternehmen der Bohr- und Serviceindustrie neue Konzepte zur Erschließung und Nutzung von Erdwärme diskutiert und ausgetauscht. Hinsichtlich Technologie und Innovationen will Celle auch weiterhin die Nase vorn haben. Erstmalig dabei war deshalb auch das Forschungszentrum Drilling Simulator Celle. Die Celler Außenstelle der Technischen Universität Clausthal informierte die Fachbesucher über die technische Ausstattung, laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte sowie über Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Unternehmen mit dem Forschungszentrum. Mit Erfolg: erste konkrete Kooperationsahnungen wurden im Rahmen der Entwicklung neuer Bohrverfahren geführt. Für Thor Növig, Vorstandsvorsitzenden des GeoEnergy Celle e.V., hat der Drilling Simulator für Celle eine herausragende Bedeutung für das Netzwerk: „Der Drilling Simulator Celle ermöglicht es im Entwicklungsprozess Tiefbohrverfahren mit einer leistungsfähigen Software zu simulieren und so kosten- und zeitintensive Feldversuche zu reduzieren. Tiefbohrtechnologien werden durch Simulationsprozesse einen erheblichen Schritt vorangebracht. Dadurch können Geothermieprojekte, aber auch Bohrprojekte in der Erdöl- und Erdgasindustrie, technologisch noch sicherer und wirtschaftlich wesentlich effizienter werden“.

Der GeoEnergy Celle e.V. als Branchennetzwerk nutzte die GeoTHERM, um die im vergangenen Jahr aufgenommenen internationalen Kontakte zum Beispiel zu isländischen Partnern und Netzwerken weiter zu vertiefen. So würden isländische Projektträger gerne die Celler Expertise und Erfahrungen nutzen, um Tiefenbohrungen bis nahe an die Magmaschicht durchzuführen. Niederländische Partner sind unter anderen daran interessiert, den enormen Wärmebedarf der zahlreichen Gewächshäuser mit Erdwärme zu decken. Für die Stadt Celle, die mit der Wirtschaftsförderung auf dem Gemeinschaftsstand vertreten war, standen Ansiedlungsgespräche im Vordergrund. Gespräche wurden hier insbesondere im Rahmen der Ausweitung der Geschäftsfelder von Unternehmen und der damit verbunden Verlagerung bzw. Ausweitung der Betriebsfläche geführt. Wirtschaftsförderer Thomas Faber fasst die Messebeteiligung zusammen: „Es ist wichtig, dass Celle mit seiner Branchenkompetenz Präsenz zeigt und den Wirtschaftsstandort weiterhin als das Zentrum für die Erdöl-, Erdgas- und Erdwärmeindustrie bestätigt. In Zukunft geht es auch darum, Celle als Standort für die Energiewirtschaft weiter auszubauen.“

Die Geotherm Expo & Congress in Offenburg findet im jährlichen Turnus statt und gilt mit 3.500 Fachbesuchern und 190 Ausstellern aus 40 Nationen als größte Geothermiemesse in Europa.